Zitronenverbene (Aloysia citrodora)

Der Zitronenstrauch kann bis 2m gross werden

nicht verwechseln mit dem echten Eisenkraut (Verbena officinalis) welches viele Bitterstoffe enthält.

Wikipedia:

Verwendung

Der Zitronenstrauch findet vielseitige Verwendung, nicht nur als Zier- und Duftpflanze im Garten, deren Lippenblüten Schmetterlinge und Hummeln besuchen, oder als Schnittblume in Duftbuketts. Insbesondere lässt sich sowohl aus frischen wie auch getrockneten Blättern ein aromatischer Tee brühen.[5]

Getränke

Die Zitronenverbene wird gerne für die Zubereitung von Getränken genutzt. Bevorzugt werden die frischen Blätter verwendet, aber auch getrocknete Blätter sind sehr beliebt, da das Zitronenaroma im getrockneten Zustand der Blätter lange erhalten bleibt. Legt man frisch gepflückte Zitronenverbenen-Blätter für eine halbe Stunde in heißes Wasser, so erhält man einen angenehm erfrischenden Tee. Er ist in Frankreich als anregend-beruhigender Guten-Abend-Tee mit zitronigen Aroma sehr beliebt und bekannt als „Verveine“. Dieser Name ist für den Tee ebenso in der Schweiz üblich. Auch unter „Eisenkrauttee“ wird in der Regel der vom Eisenkrautgewächs Zitronenverbene verstanden; Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) schmeckt bitter. Auch das Getränk Inca Kola aus Peru verwendet das Aroma der Zitronenverbene (sie wird lokal „Cedrón“ genannt). In Frankreich wird daraus ein Kräuterlikör hergestellt.

Speisen

Auch wenn die frischen Blätter ähnlich wie Spinat gekocht werden können, werden sie doch wesentlich häufiger als würzende Zugabe verwendet. Feinschmecker nutzen die Blätter für Salate, in Schweinefleisch- und Pilzgerichten, aber auch zum Würzen von Süßspeisen wie Obstsalat, Pudding und zur Zubereitung von Speiseeis. Zudem kann man feingeschnittene Blätter in den Zuckerguss für Zitronenkuchen einarbeiten.

Kosmetik

Zitronenverbene wird nicht nur als Badezusatz verwendet, der eine erfrischende Wirkung entfaltet, sondern auch zur Parfümierung beziehungsweise Verfeinerung von Seifen.

Haushalt

Säckchen oder Bündel von Zitronenverbenen bringen einen frischen Duft ins Haus oder in den Kleiderschrank.

Gesundheitliche Wirkung

Da Zitronenverbenen appetitanregend sowie verdauungsfördernd sind, helfen sie gegen Verdauungsbeschwerden beziehungsweise Verstopfungen. Zudem wirken sie leicht beruhigend bei Nervosität, Schlaflosigkeit und damit in Verbindung mit den anderen Eigenschaften auch bei Erkältungskrankheiten.

Es werden keimhemmende Eigenschaften angenommen.[6]

Quelle A. Vogel

Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Quellen:

wikipedia
PharmaWiki
t-online.de
heilkraeuter.de

Die Zitronenmelisse oder Melisse (Melissa officinalis) ist ursprünglich eine südeuropäische Pflanze. Sie ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Melissen (Melissa) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Als pharmazeutische Droge werden die Laubblätter (Melissae folium) verwendet.

Melisse steht im Griechischen für „Honigbiene“

Den Blättern der Melisse Melissa officinalis aus der Familie der Lippenblütler werden beruhigende, krampflösende, verdauungsfördernde und antivirale Eigenschaften zugeschrieben. Die Blätter und Zubereitungen werden bei Spannungszuständen, Verdauungsbeschwerden und lokal bei Fieberbläschen eingesetzt.

Wirkung

Die Melisse wird insbesondere in der Volksheilkunde sehr vielfältig eingesetzt. Am bekanntesten dürfte ihre beruhigende Wirkung sein. Durch ihren angenehmen Geschmack wird sie besonders gerne als Tee getrunken. Dieser hilft abends beim Einschlafen und beruhigt Reizungen des Nervensystems.

Auch auf den Darm kann Melissentee beruhigend wirken und so Blähungen und Völlegefühl lindern. Bei Menstruationsbeschwerden kann er ebenfalls für Entspannung sorgen.

Haupt-Anwendungen:
Unruhe,
Nervosität,
Heilwirkung:
anregend,
antibakteriell,
aufmunternd,
beruhigend,
entspannend,
krampflösend,
kühlend,
pilzhemmend,
schmerzstillend,
schweisstreibend,
virushemmend,

Arzneilich wirksam ist das ätherische Öl, welches im Körper gleich mehrere Effekte entfaltet.

Erstens wirkt es – besonders auf nervöse und ängstliche Menschen – leicht beruhigend und angstlösend. Dadurch kann Melisse auch beim Einschlafen helfen.

Zweitens kann es die Muskulatur im Darm entspannen und damit Blähungen und Völlegefühl lindern.

Drittens haben Experimente im Labor gezeigt, dass Zitronenmelisse Herpes-simplex-Viren bekämpft. Cremes, die hochdosierte Zubereitungen aus dem Heilkraut enthalten, können bei den ersten Anzeichen eines Lippenherpes helfen.

Wer Zubereitungen aus Melissenblättern bei Schlafstörungen oder Nervosität einnehmen möchte, kann die Heilpflanze mit HopfenBaldrianPassionsblume oder Lavendel kombinieren. Diese Kräuter zeigen ähnliche Wirkungen, haben jedoch unterschiedliche Angriffspunkte im Körper. Eine Kombi kann daher sinnvoll sein

Kamille (Matricaria chamomilla)

Quellen:

Wikipedia
utopia.de
heilkräuter.de

Die Kamille ist eine der allerbeliebtesten Heilpflanzen in Europa. Zu Recht verwenden viele Grossmütter die Kamille für alle Arten von Beschwerden, denn sie kann als wahrer Tausendsassa eingesetzt werden.

Welcher Kamillentee ist der Beste?

Es gibt verschiedene Arten von Kamille. Die mit der besten Wirkung ist die „Echte Kamille“ (bot. Matricaria chamomilla). Diese wächst mittlerweile in ganz Europa auf Äckern und Wiesen, und könnte entsprechend selbst gepflückt und getrocknet werden. Für alle, denen das zu kompliziert ist, stellt die getrocknete Kamille aus dem Handel eine Alternative dar. Die Filterbeutel aus dem Supermarkt sind jedoch weniger effektiv, da diese durch die Zerkleinerung einen großen Teil ihrer Wirksamkeit verlieren und sogar mit Pestiziden belastet sind. Daher sind die getrockneten Blätter aus biologisch angebauter Kamille, wie sie im Bioladen oder auch in der Apotheke erhältlich sind, von bedeutend besserer Qualität.

Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla L.) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die ursprünglich in Süd- und Osteuropa verbreitete Art ist heute praktisch in ganz Europa heimisch. Sie ist eine Heilpflanze, die vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden sowie bei Entzündungen Verwendung findet

Die entzündungshemmende Wirkung von Kamillentee hilft bei Magen-Darmbeschwerden. Schlecht heilende, eitrige Wunden werden oft mit heissem Kamillentee behandelt.

Die Kamille ist eine sehr vielseitige Heilpflanze. Sie wirkt entzündungshemmendantibakteriell und krampflösend. Dadurch hilft Kamillentee bei Entzündungen im Mund und den Verdauungsorganen:

  • Bei Zahnfleischentzündungen oder vereiternden Mandeln kannst du lauwarmen Kamillentee trinken und auch damit gurgeln. Bei akuten Entzündungen solltest du keinen heißen Tee trinken, weil die Wärme die Durchblutung anregt. Dadurch können sich die Bakterien im Körper verbreiten.
  • Bei Erkältungen kannst du mit Kamillentee inhalieren und so die Entzündungen in Nase und Atemwegen lindern.
  • Bei Magen-Darm Infektionen durch Bakterien hilft Kamillentee durch seine antibakterielle Wirkung und lindert die Magenkrämpfe. Eine Tasse Kamillentee vor dem Frühstück hilft bei Magenschleimhautentzündung und lindert auch Magengeschwüre.
  • Die in der Kamillenblüte enthaltenen Schleimstoffe neutralisieren eine übermäßige Säureproduktion im Magen, sodass Kamillentee auch bei Sodbrennen und Gastritishilft.

Heilwirkung:

  • antibakteriell,
  • austrocknend,
  • beruhigend,
  • blutreinigend,
  • entzündungshemmend,
  • harntreibend,
  • krampflösend,
  • schmerzlindernd,
  • schweisstreibend,
  • tonisierend,

Kamillentee kannst du nicht nur trinken

Kamillentee aus getrockneten Blüten
Kamillentee aus getrockneten Blüten (Foto: CC0 Public Domain / pixabay / rudolf_langer)

In der Pflanzenmedizin und auch in der Kosmetik werden die Kamillenöle wegen der entzündungshemmenden Wirkung als Extrakt verwendet. Das Chamazulen hat eine tief blaue Farbe, so dass Kamillencremes oft eine natürliche, blaue Farbe haben. Seine Wirkung verdankt die Kamille ätherischen Ölen wie dem Bisabolol und einer Vorstufe des Chamazulen. Besonders konzentriert sind die Öle in den Blüten.

Statt Kamillentee zu trinken, kannst du ihn auch äußerlich zur Behandlung von Entzündungen verwenden:

  • Kleinere Schürfwunden kannst du mit abgekühltem Kamillentee auswaschen und so einer Infektion vorbeugen.
  • Als Gesichtswasser hilft Kamillentee bei der Behandlung von leichter Akne.

Bryophyllum daigremontiana

syn. Kalanchoe daigremontiana

Quellen:
lebens-energethik.org
wikipedia

Bryophyllum daigremontiana in freier Natur
Bryophyllum daigremontiana in freier Natur

die Goethe-Pflanze (auch Brutblatt, Bryophyllum, oder Kalanchoe genannt) ist in in Madagaskar verbreitet und wird als Zimmerpflanze genutzt. Sie wächst verwildert in einigen tropischen Ländern (beispielsweise Indien).

 

als Heilmittel werden vorallem Kalanchoe pinnata und Kalanchoe daigremontiana erwähnt. Oft im Zusammenhang mit der Bezeichnung Goethe-Pflanze.

Die aufrechte, zweijährige bis ausdauernde, sukkulente Pflanze erreicht Wuchshöhen von 30 bis zu 150 Zentimetern. Die einfachen, bräunlichen Stängel sind aufrecht oder niederliegend-aufrecht. Die dreieckig zugespitzten, dunkelgrünen, rosagrünen bis purpurgrünen, braunrot gefleckten, fleischigen Laubblätter sind 15 bis 28 Zentimeter lang und 2 bis 5 Zentimeter breit. Die stängelumfassenden Blattstiele weisen eine Länge von 2 bis zu 5 Zentimeter auf. An den gekerbten Blatträndern bilden sich zahlreiche Brutknospen.

Kalanchoe daigremontiana ist hinsichtlich der Größe und Farbe der Laubblätter sehr variabel.

typische Brutknospen mit Wurzeln am Blattrand
typische Brutknospen mit Wurzeln am Blattrand

In der traditionellen Medizin der Herkunftsländer hat die Pflanze einen hohen Stellenwert. Z.B zur Wundheilung.

Sie weist folgende Eigenschaften auf:

  • tötet Bakterien, Pilze und Viren
  • reduziert, beseitigt Entzündungen
  • senkt Fieber, lindert Schmerzen
  • entspannt die Muskeln (wird auch als Wehenhemmer verwendet)
  • wirkt beruhigend, blutdrucksenkend
  • wirkt hustenhemmend, verjüngend
  • schützt die Leber
  • stoppt Geschwüre und vieles, vieles mehr

wird angewendet bei:

  • Erkältungen, Atemwegsinfektionen
  • Entzündungen, Infektionen aller Art, Fieber
  • Bronchitis, bakterielle Infektionen
  • Durchfall, Menstruationsbeschwerden
  • Nervosität, Schmerzen, Hämorrhoiden
  • Prellungen, Schwellungen, Verbrennungen
  • Zahn- und Ohrenschmerzen, Augeninfektionen
  • Herpes, Insektenstiche, wunde Stellen
  • Altersflecken, Sommersprossen, alle Hautprobleme
  • Blähungen, Herzrasen
  • Pickel, schlecht heilende Wunden
  • Wunde Stellen im Mund, Warzen
  • Arthritis (Gelenkentzündungen)
  • Asthma, Zuckerkrankheit

Bereits Johann Wolfgang von Goethe beschäftigte sich mit dieser pflegeleichten Pflanze – die an den gekerbten schön gefärbten Blättern heranwachsenden Brutknospen fallen nach der Reife ab und wurzeln rasch im Boden. Kalanchoe gehört zu den Heilpflanzen aus der Familie der Crassulaceae (Dickblattgewächse).

Der Inhalt dieses Textes dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt in keiner Weise Ersatz für ärztliche Behandlung dar.

Hinweise zur Züchtung der Kalanchoe:

Die Kalanchoe sollte mittelfeucht gehalten werden. Ein sonniger Platz, der im Sommer vom Wind abgeschattet auch im Freien sein darf, ist ihr am liebsten. In der kalten Jahreszeit ist ein heller Platz im Haus, der aber nicht direkt am Fenster sein muss, ideal. Kalanchoe sollte nicht in der direkten Sonne stehen. Die Pflanze kann man ruhig gelegentliche über länger Zeit wenig wässern, ganz speziell im Winter sollte man mit dem Gießen nicht übertreiben.

Die Vermehrung ist kinderleicht – wenn die jungen Pflänzchen sich nicht schon von selbst einen Platz zum Wachsen gefunden haben, brauchen sie nur abgenommen und – mehrere zusammen, auf einen Topf mit Erde gesetzt werden – entsprechend dem Wachstum vereinzelt in größere Töpfe setzen. Werden ausgewachsene Pflanzen zu groß und deswegen geköpft, können sie die Triebspitzen als Stecklinge benutzen. Dabei sollten die Schnittstellen vor dem Stecken einen Tag abtrocknen.

Kalanchoe wird so gut wie nie krank. Allerdings sieht man in Wohnungen häufig Pflanzen mit langen, aber ganz dünnen Trieben – diese sind zu warm überwintert worden. Bei zu starker Düngung verlieren sie auch ihren charakteristischen Wuchs. Ideal ist universale Blumenerde.

Anwendungsempehlung:

Saft:
Die grünen Stängel mit Blättern schneiden, waschen in Küchenrolle wickeln und für etwa eine Woche in den Kühlschrank aufbewahren – zerdrücken (mit Plastik oder Holzgegenständen – kein Metall!), den Saft auspressen. Wird dem Saft 15-20% reiner Alkohol zugesetzt, kann man ihn ein Jahr im Kühlschrank aufbewahren.

Honig:
Zur Stärkung des Körpers – ein Esslöffel Honig mit einer halben Tasse gekochtem, lauwarmem Wasser mischen und über Nacht stehen lassen – am nächsten Morgen einen Esslöffel Kalachoe-Saft hinzufügen. Im Frühjahr und im Herbst für ein paar Tage eine halbe Stunde vor der Mahlzeit trinken.

Blatt:
Für den sofortigen Einsatz sind frische Blätter als Kompresse (Saft) oder direkt auf die betroffene Stelle Hautstelle legen. Dazu muss die dünne Außenhaut des Blattes entfernt werden. Das Blatt mit Folie abdecken und einen Verband bilden – die Kompresse soll alle 4-5 Stunden bis zur vollen Heilung (d.h. ca. 3 Tage) ausgewechselt werden. Man kann auch das Blatt zerdrücken, um mehr Saft der betroffenen Hautstelle zuzuführen. Sehr wirksam für alle Schnitte, Quetschungen, Schwellungen, Prellungen sowie für Entzündungen des Zahnfleisches.

Augen-, Nasen- und Ohrentropfen:
Das Blatt gut spülen und zerdrücken – den Saft steril auspressen – jeweils 1 Tropfen in jedes Auge 2x am Tag einlassen –das Brenngefühl wird schnell nachlassen.

Die Tropfen kann man ebenfalls in die Nase eingelassen werden – 2 Tropfen 2x/Tag – die Infektion wird rasch nachlassen – sollte jedoch 3-4 Tage weiter angewendet werden.

Honig mit Kalanchoe:
Die Pflanze sollte über ein Jahr alt sein – vor der Ernte 4-5 Tage nicht gießen – nach dem Schneiden unter fließendem Wasser Waschen und leicht getrocknet in ein weißes Leintuch für 5-6 Tage in den Kühlschrank legen. Dann den Saft auspressen und mit flüssigem Bienenhonig im Verhältnis 1 Teil Kalachoe und 4 Teile Honig mischen – en einem kühlen, trockenen und dunklen Ort lagern.

Bei Erkältungen, grippalen Infekten, nach Operationen, Chemo- und Strahlentherapie, … 1-2 Teelöffel 2-4 Mal pro Tag, etwa ½ bis 1 Stunde vor der Mahlzeit mit Kräutertee oder Fruchtsaft gemischt einnehmen (für Kinder ab 7 Jahre nur die halbe Dosis).

Nach 2 Monaten sollte eine Pause von mindestens 3-4 Wochen gemacht werden. Als Prophylaxe nimmt man 1-2 Teelöffel pro Tag – über längeren Zeitraum eingenommen hat es eine verjüngende Wirkung und dient als ein sehr gutes, natürliches Aphrodisiakum.

Konkrete Anwendungshinweise:

Es ist eine mehrjährige, immer grüne Pflanze, mit einem geraden Stamm. Die Blätter haben dicke, saftige herzförmige Blätter, die eine Länge von mehreren Zentimetern erreichen. Auf den Rändern wachsen kleine Ableger in großer Anzahl. Das Rohmaterial für die Behandlungen besteht aus frischen Blättern, aus ihrem Saft oder Fruchtfleisch. Der Saft enthält Flavoride, Catechine, Vitamin C und Spurenelemente von Aluminium, Magnesium, Selen, Kalzium, Kalium, Silizium, Mangan, Kupfer, …

Kalanchoe wirkt als Biostimulator – regt die Regeneration von beschädigtem Gewebe an und heilt Schleimhautentzündungen, Parodontitis und Bindehautentzündungen. Der Saft wirkt sehr gut nach Chemo- und Strahlentherapie, trägt zur Stärkung des Herzens und zur Verbesserung und Regulation des Herz- Kreislaufsystems bei – ist hilfreich bei der Behandlung von Prostatabeschwerden und verbessert das Gedächtnis. Wirkt gegen Schuppen, beugt Haarausfall vor und regeneriert Haarfollikel.

Äußerliche Anwendung:

  • Saft (kann mit 15-20% Alkohol versetzt sein)
  • Standarddosis – 30 Tropfen Saft oder entsprechenden Teil eines Blattes kauen
  • Verdünnung mit einem halben Glas guten Mineralwassers
  • ein ggfs. Taubheitsgefühl im Mund verschwindet nach ca. 30 Minuten

Pickel und Mitessern – Saft mit einem Wattebausch morgens und abends behandeln
Eitrige chronische Entzündungen auf der Haut – wie oben, zusätzlich 2x täglich Saft (ohne Alkohol) verdünnt trinken
Geschwüre auf der Haut – Akne – Sommersprossen – schlecht heilende Wunden – den Saft mit einem Wattebausch morgens und abends behandeln
Ekzeme – mehrmals täglich den Saft mit einem Wattebausch auftragen
Verbrennungen aller Art – nur mit frischem Saft behandeln (steril gewonnen)
Schuppen – 2x täglich / oder nur abends die Kopfhaut einreiben mit Saft (Wattestäbchen)
Insektenstiche – Saft auf den Stich auftragen
Herpes – Warzen – Saft mehrmals täglich auftragen
Rheuma – Saft morgens und abends auf die zu behandelnden Stellen auftragen und 2x täglich eine verdünnte Standarddosis (ohne Alkohol) trinken
Gelenkentzündung – Arthritis – saftgetränkte Kompresse morgens und abends auflegen
Kopfschmerzen – morgens uns abends Stirn und Schläfen mit dem Saft massieren und 2x täglich eine verdünnte Standarddosis (ohne Alkohol) trinken

Innerliche Anwendungen:

Schnupfen – mehrmals täglich ein paar Tropfen in die Nase eintropfen
Angina – Heiserkeit – ein Stück Blatt langsam ein paar Mal täglich nach den Mahlzeiten kauen – wahlweise 25 Tropfen Saft im Mund halten und in kleinen Dosen schlucken
Zahnfleischbluten – morgens und abends ein Blatt sehr langsam kauen und 15 min im Mund halten (wahlweise 40 Tropfen)
Parodontose – wie oben, zusätzlich 2x täglich vor dem Essen eine Standarddosis verdünnt trinken
Zahnschmerzen – ein Blatt in der Nähe des Schmerzes kauen – Baumwollwatte mit Saft getränkt ins Loch geben
Husten – ein Blatt kauen und Saft langsam schlucken (wahlweise 30-40 Tropfen Saft)
Grippaler Infekt – 3-4x täglich Standarddosis verdünnt trinken
Bronchitis – Asthma – Standarddosis (pur) 3x täglich trinken
Herzschmerzen – Standarddosis 3x täglich vor den Mahlzeiten trinken
Krampfadern – Standarddosis 3x täglich trinken, Kompressen mit Saft anlegen
Erkrankungen des Magens und Darms, Geschwüre, Erkrankungen der Leber, Bauchspeicheldrüse, Nierenentzündung – Standarddosis 3x täglich trinken
Blähungen – Standarddosis 3x täglich vor den Mahlzeiten trinken
Diabetes – Zuckerkrankheit – Standarddosis 3x täglich nach den Mahlzeiten trinken

Herzgespann (Leonurus cardiaca)

Quellen:
Wikipedia,
wildundfrei.net/herzgespann/
www.awl.ch
kraeuter-buch.de

Name

Der Gattungsname Leonurus setzt sich aus lateinisch leo = Löwe und griech. oura = Schwanz zusammen und bezieht sich auf das Aussehen der Pflanze. Der Zusatz „cardiaca“ weist auf ihre  Verwendung bei Herzproblemen hin. Darauf spielt auch der deutsche Name „Herzgespann“ an, wobei „Gespann“ ein altdeutsches Wort für „Krampf“ ist. Weitere volkstümliche Namen sind: Löwenschwanz, Herzheil, Herzgold, Herzkraut, wildes Mutterkraut, Wolfskraut, Herzgesperr, Engeltrank, Herzkraut, Wolfstopa, Schwanzchrut.

Von Hajotthu – Eigenes Werk, CC BY 3.0

Botanik

Das Herzgespann gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Es erreicht eine Höhe von bis zu 120 cm und blüht von Juni bis September. Es ist eine ausdauernde Pflanze. Der vierkantige Stängel ist hohl und Stängel sowie Blätter sind behaart. Die Pflanze kommt in Europa sowie in Vorder- und Mittelasien vor und liebt stickstoffreiche Böden.

Vorkommen

Das Echte Herzgespann kommt in Europa und in Vorder- und Mittelasien (bis nach Sibirien und zum Himalaja) vor. In Nordamerika ist es ein Neophyt.

Das Echte Herzgespann gedeiht auf stickstoffreichen, frischen, mild-neutralen, locker-humosen Lehm- oder Tonböden[1] in staudenreichen Unkrautfluren vor allem in Dörfern, an Mauern und Zäunen. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Assoziation Löwenschwanz-Schwarznessel-Flur (Leonuro-Ballotetum nigrae) im Verband der Klettengesellschaften (Arction lapppae).[1][4]

Herkunft und Vorkommen vom Echten Herzgespann

Das Echte Herzgespann stammt ursprünglich aus Sibirien und breitete sich von dort bis in den west- und nordeuropäischen sowie nach Vorderasien Raum aus. In Deutschland wurde das Herzgespann in Bauern- und Klostergärten als Heilpflanze vielfach kultiviert. Die Pflanze ist daher heute in vielen Regionen verwildert anzutreffen, wenngleich ihr Bestand durch Landwirtschaft und Grünlandbewirtschaftung als gefährdet eingestuft wird.

Sie besiedelt vor allem trockenere Viehweiden, Unkrautfluren in Dörfern, Hecken sowie Schutt- und Brachflächen.

Systematik von Leonurus cardiaca

Das Echte Herzgespann (Leonurus cariaca) ist gehört zur großen Pflanzenfamilie der Lippenblütler(Lamiaceae). Die Art ist somit verwandt mit vielen weiteren Heil- und Gewürzkräutern wie dem Basilikum, dem Salbei oder dem Oregano. Die Gattung der Herzgespannpflanzen (Leonurus) umfasst etwa 50 bekannte Arten, die ausnahmslos in Europa oder Asien beheimatet sind. Neben dem Echten Herzgespann sind noch das Chinesische Mutterkraut (Leonurus japonicus) sowie das Sibirische Herzgespann (Leonurus sibirica bekannte Vertreter der Gattung, die ebenfalls in der Pflanzenheilkunde Verwendung finden.

Vom Echten Herzgespann gibt es zwei Unterarten, die sich in der Ausprägung der Blätter sowie in der Blatt- und Stängelbehaarung voneinander unterscheiden:

  1. Leonurus cardiaca ssp. cardiaca (Gewöhnliches Echtes Herzgespann)
  2. Leonurus cardiaca ssp. villosus (Zottiges Echtes Herzgespann)

Synonyme Namen sind Löwenschwanz, Herzkräutel oder Herzgold.

Inhaltsstoffe

Inhaltsstoffe des Echten Herzgespanns sind im Wesentlichen Iridoidglykoside (wie Ajugol, Ajugosid, Galiridosid) und Flavonoide (Rutosid, Quercitrin, Hyperosid). Ferner enthält Herzgespann Bitterstoffe vom Diterpentyp (Labdanditerpene und Diterpenlactone (Leocardin)), Betaine (Stachydrin) und Kaffeesäureverbindungen (Kaffeesäurerutinosid), außerdem geringe Mengen ätherisches Öl.[5][6] Auch Leonurin, Cholin und Ursolsäure wurden nachgewiesen.[7]:89

Nutzung

Das Echte Herzgespann war früher eine Zierpflanze und Nutzpflanze des Bauerngartens.

Verwendung in der Küche

Herzgespann ist kein typisches Gewürzkraut. Man soll jedoch mit frischen oder getrockneten Blättern Linsen- und Erbsensuppe würzen können. Früher wurde es auch zum Würzen des Bieres verwendet.

Heute wird das Echte Herzgespann nur noch selten als Gewürz verwendet. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit hat man die Blätter des Krauts jedoch häufig als Küchenkraut genutzt. Mit Herzgespannblättern wurden vor allem Hülsenfrüchte oder Hirsegerichte gewürzt, die vor allem der besseren Verdaubarkeit wegen Verwendung fanden.

Der Geschmack der Blätter ist aromatisch, leicht bitter und etwas harzig. Die Blätter des Herzgespanns harmonieren heute gut mit Weichkäse, Kartoffelgerichte oder Quark. Das Kraut sollte jedoch nur äußerst sparsam verwendet werden, da der Geschmack dominant ist.

Verwendung in der Heilkunde

Wirkung

  • krampflösend
  • beruhigend
  • blutdrucksenkend
  • belebend
  • immunmodulierend (das Immunsystem stärkend)
  • antioxidativ
  • schmerzlindernd

HMPC: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel.  Laut Kommission E wirkt es unterstützend bei nervösen Herzbeschwerden. Auch im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion.

Zur Stärkung des Herzens in Kombination mit Weißdorn und Baldrian. Bei nervösen Herzbeschwerden, Herzklopfen vor allem im Liegen und bei Engegefühl in der Brust. Bei nervöser Unruhe, leichter Überfunktion der Schlilddrüse, Wechseljahrsbeschwerden mit Hitzewallungen. Bei Blähungen.

Drogenauszüge aus den oberirdischen Pflanzenteilen (Kraut) werden bei nervösen Herzbeschwerden eingesetzt sowie zur unterstützenden Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion. In der Volksmedizin wird das Herzgespannkraut aufgrund der ihm nachgesagten spasmolytischen, sedierenden, blutdrucksenkenden und uteruskontrahierenden Wirkungen bei Verdauungsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden und auch als Beruhigungsmittel verwendet,[8][9] ferner bei Asthma bronchiale und ausbleibender Menstruation.[7]:89–91 Herzgespannextrakt gilt als Tonikum in den Wechseljahren und bei Herzschwäche.[5][6]

Die Grundlagenforschung am isolierten Tierherz durch Rauwald und Dhein belegt, dass die Wirkstoffe des Herzgespanns die Menge des Blutes steigern, das den Herzmuskel versorgt (den Koronarfluss), wodurch das Herz besser versorgt wird. Zugrunde liegt ein calciumantagonistischer Wirkmechanismus, welcher zu einer Blutdrucksenkung sowie zur Verlangsamung der Herzfrequenz und so zur Entlastung des Herzens führt. Welche Stoffe genau diese Wirkungen hervorrufen und ob diese einzeln oder nur in ihrem Zusammenspiel helfen, war zum Zeitpunkt dieser Studie noch offen und bedarf der weiteren Forschung.[10]

Es ist umstritten, ob die Pflanze bereits in der Antike verwendet wurde. Sicher ist man sich dagegen, dass sie in Mitteleuropa im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit Verwendung fand. Schon in einem der ersten gedruckten, dem in deutscher Sprache verfassten Kräuterbuch Gart der gesuntheit (1485), wird es unter dem Namen Cordiaca genannt und bei Magendrücken und Herzbeschwerden empfohlen.[7]:76 Paracelsus und Leonhart Fuchs meinen, in Wein eingelegtes Herzgespann helfe gegen zu starkes Herzklopfen sowie gegen Krämpfe und Lähmung der Gliedmaßen, in letzterem Fall auch als warme Kompresse. Ein wässriger Dekokt aus Herzgespann sei hilfreich bei Epilepsie. Herzgespann wirke auch diuretisch und führe die ausbleibende Menstruation herbei. Das 1554 erschienene Cruyede boeck von Rembert Dodoens empfiehlt eine in Wein gesottene Zubereitung des Herzgespanns gegen Schwermut und zur Herzstärkung, ein destilliertes Mazerat aus Wein bei Herz- und Menstruationsbeschwerden.[7]:82–83 Nicholas Culpeper schreibt in Herbal (1652), dass Herzgespann ein fröhliches Gemüt verleihe, indem es melancholische Dämpfe vertreibe und das Herz stärke. Er empfiehlt Herzgespannpulver in Wein bei Schwangerschaftsbeschwerden.[7]:86

Im 20. Jahrhundert wurde zum Herzgespann geforscht. Dabei wurden die wesentlichen Inhaltsstoffe quantitativ identifiziert und die hypotensive und uteruskontraktive Wirkung nachgewiesen.

In der Homöopathie wird Herzgespann gemäß den homöopathischen Arzneimittelbild angewendet.

Indikationen

In der Naturheilkunde wird das Echte Herzgespann vor allem bei folgenden Krankheiten und Beschwerden eingesetzt:

  • Linderung von Wechseljahresbeschwerden (u.a. Hitzewallungen, Herzklopfen)
  • nervöse Unruhezustände
  • leichtere Angststörungen
  • depressive Verstimmungen
  • Bluthochdruck
  • psychisch ausgelöste Herzbeschwerden
  • Schilddrüsenüberfunktion (unterstützend)
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Blähungen
  • Schlaflosigkeit

Bei bekannter Schilddrüsenüberfunktion kann Herzgespann, meist in Verbindung mit Baldrian und Wolfstrapp, eine fühlbare Linderung verschaffen. Hauptanwendungsgebiet sind jedoch nervös bedingte Herz- sowie Blutdruckbeschwerden, die teils jedoch auch durch Schilddrüsenerkrankungen verursacht werden können. Es ist wissenschaftlich mittlerweile gut untersucht, dass die Einnahme von Herzgespannpräparaten zu einer Verlangsamung der Herzfrequenz führen kann und den Blutdruck insgesamt senkt.

Anwendung

Als Tee und in Teemischungen (kann gut mit Weißdorn, Baldrian, Melisse, Hopfen kombiniert werden). Als Tinktur und homöopathisch. Bei Schilddrüsenüberfunktion als Tee mit Melisse, Baldrian und Wolfstrappe.
Tagesdosis: 4,5 Gramm über einen Zeitraum von 8-10 Wochen

Rezept: Herzgespann-Tee

Wer das Herzgespann auf traditionelle Weise ausprobieren möchte, überbrüht ein bis zwei Teelöffel mit einem Viertelliter kochendem Wasser und seiht den Tee nach zehn Minuten ab. Über zwei bis vier Wochen zwei- bis dreimal täglich eine Tasse des ungesüssten Tees trinken. Allerdings ist die Wirkung einer Dauertherapie bisher noch unklar.

Die Volksmedizin setzt diesen Tee bei Herzjagen, Herzstechen und innerer Unruhe ein. Vorsichtig mit Herzgespann-Tee sollten Menschen mit Bradykardien, niedrigem Blutdruck und zu hohem Kalium sein. Nicht überdosieren!

Nebenwirkungen/Gegenanzeigen

In größeren Mengen ist Herzgespann giftig. Bei Überdosierung kann es zu Erbrechen, Durstgefühl und Leibschmerzen kommen. Wegen seiner uteruskontraktierenden Wirkung soll es in der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Wirkung

Wir wissen inzwischen, dass die Wirkstoffe die Versorgung des Herzmuskels mit Blut verbessern. Ausserdem wirkt der Herzgespannextrakt wie ein Kalziumantagonist. Er senkt den Blutdruck, verlangsamt den Herzschlag und entlastet so das Herz.

Prof. Stefan Dhein

Herzgespann – Aussaat, Anbau und Pflege

Das Herzgespann ist eine sehr charmante Pflanze, die sich mit einfachen Mitteln anbauen lässt. Wird sie im Garten angebaut, danken es einem vor allem die Bienen, für die die Pflanze eine sehr gute Nahrungsquelle darstellt. Sie gilt als typische Bienenweide.

Standort: Herzgespann mag vor allem sonnige und warme Standorte mit eher stickstoffreichen, mäßig feuchten und durchlässigen Böden. Lehmige Böden sollten vor der Anpflanzung mit Zuschlagstoffen wie Quarzsand oder Lavasand vermischt werden, um die Bodenstruktur lockerer zu machen.

Aussaat: Die kantigen Herzgespannsamen werden am besten zwischen Anfang April bis Mitte Mai direkt ins Freiland ausgesät. Topfkulturen für die Aussaat auf Balkon und Terrasse sind grundsätzlich möglich, allerdings sollten dann eher tiefere Töpfe gewählt werden. Die Samen werden nur leicht auf das Substrat bzw. die Erde angedrückt, da Herzgespann ein Lichtkeimer ist. Der Pflanzabstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte wenigstens 35 x 35 cm betragen, da sonst zu hohe Nährstoffkonkurrenz herrscht und die Pflanzen krankheitsanfällig werden. Die Keimdauer bis zum Erscheinen der ersten Blätter beträgt meist zwischen 14 und 21 Tagen.

Überwinterung: Herzgespann ist kälteres Klima gewohnt. Überwinterungsmaßnahmen müssen folglich nicht getroffen werden. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben im Herbst ab und treiben im Frühjahr wieder aus.

Literaturhinweise

  • [1]: Wojtyniak, K. et al. (2012): Leonurus cardiaca L. (Motherwort) – A review of its Phytochemistry and Pharmacology. In: Phytotherapy Research, Vol. 27, S. 1115-1120, https://doi.org/10.1002/ptr.4850
  • [2]: Rezaee, A. et al. (2014): The Study of Analgesic Effects of Leonurus cardiaca L. in Mice by Formalin, Tail Flick and Hot Plate Tests. In: International Scholarly Research Notes, Vol. 2014, S. 1-5, http://dx.doi.org/10.1155/2014/687697
  • [3]: Europäische Arzneimittel-Agentur (2010): Assessment report on Leonurus cardiaca L., herba, London.

Karde (Dipsacus fullonum)

Wikipedia:

kreuter-buch.de

Die Pflanze wird häufig auf lehmigen Brachflächen, aufgegebenen landwirtschaftlichen Flächen sowie auf Ufern und Wegen gefunden. Da sie lehmige Standorte bevorzugt, gilt sie auch als Zeigerpflanze für Lehmböden. Sie ist vorwiegend im Flachland sowie im hügeligen Land bis 800 Meter anzutreffen.

Systematik von Dipsacus fullonum

Die Wilde Karde gehört zur Familie der gleichnamigen Kardengewächse (Dipsacaceae) sowie zur Gattung der Karden. Die Gattung (Dipsacus) umfasst ungefähr 20 Arten, wobei neben der hier beschriebenen Wilden Karde (Dipsacus fullonum) auch die Weber-Karde (Dipsacus sativus) sowie die Behaarte Karde (Dipsacus pilosus) bekannt sind. Die Weber-Karde wird ab und an noch zur Herstellung von Naturstoffen (z.B. Filz) eingesetzt, wohingegen die Behaarte Karde gelegentlich als Zierpflanze in Gärten zu bestaunen ist.

Blütenstand

Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum L., Syn.: Dipsacus sylvestris Huds.)[1] ist eine Pflanzenart, die zur Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae) gehört. Der Name Dipsacus kommt aus dem griechischen dipsa für Durst: Nach Regen sammelt sich in den Trichtern der Stängelblätter das Wasser, das Vögel oder Wanderer trinken können.

Zollinger: (Dipsacus fullonum)

Wilde Karde (ein-bis zweijährige Wildpflanze)
Bis zu 200 cm hohe distelartige Pflanze mit sehr schönen lila Blüten, die gerne von Hummeln besucht werden. Abgeblühte Stängel bieten im Winter vielen Nützlingen Unterschlupf.

Aussaat im Juli in Kistchen oder direkt ausstreuen und verwildern lassen. Bevorzugt einen sonnigen bis halbsonnigen Standort. Einmal im Garten, säen sie sich gerne selbst aus. Achtung, stachelig!

Quelle: pflanzen-vielfalt.net/wildpflanzen-a-z/übersicht-i-p/karde-wilde/

Die Wilde Karde ist eine zweijährige Halbrosettenpflanze. Man nennt sie Zisternenpflanze, weil die gegenständigen, unten verwachsenen Blätter ein Wassersammelbecken (Phytotelm) bilden. Deren Funktion wird als Aufkriechschutz gegen Ameisen interpretiert. Möglicherweise stellt Insektenfang und Ansiedlung von Kleinlebewesen eine zusätzliche Stickstoffversorgung dar.

 

Verwendung in der Heilkunde

Im Altertum:

Die Kardendistel war bereits im Altertum sowie im Mittelalter ein bekanntes und häufig verwendetes Heilkraut gegen eine Vielzahl von Erkrankungen. Verwendung fanden hierbei sowie Kardenblätter als auch die Kardenwurzel. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wurden Kardenblätter zusammen mit Essig auf den Bauch gelegt, um Durchfälle zu behandeln. Außerdem wurde es bei Gelbsucht ( Es heylet und vertreibet auch alle gelbe / braune Flecken unter den Augen) und bei Mundfäule verwendet.

Heute werden folgende Beschwerden naturheilkundlich mit Wilder Karde behandelt oder deren Symptome gelindert:

  • kleinere Wunden
  • Warzen
  • Gerstenkörner
  • Fisteln
  • Hautflechten
  • kleinere Hautgeschwüre
  • Dermatosen
  • Gelbsucht
  • kleinere Leberbeschwerden
  • Magenschwäche
  • Gallenbeschwerden
  • allgemeine Verdauungsstörungen
  • Reizmagen
  • Rheuma
  • Gelenkschmerzen
  • Borreliose

Viele der Krankheiten und Beschwerden, für die die Karde in der Volksmedizin von Bedeutung waren, sind wissenschaftlich nicht ausreichend untersucht worden. Nachvollziehbar ist es jedoch, dass die Wilde Karde aufgrund ihrer Inhaltsstoffe – allen voran Saponine, Glykoside und Kaffeesäure – entzündungshemmende, harntreibende, schweißtreibende und antioxidative Eigenschaften aufweist.

Eine besondere Bedeutung erfährt die Wilde Karde in der naturheilkundlichen Behandlung von Borreliose. Zur Anwendung kommen hier meist Tinkturen aus der Kardenwurzel. In der Regel werden 3 mal täglich zwischen 20 und 30 Tropfen über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen eingenommen. Der Zeitraum der Behandlung beträgt etwa ein Jahr, wobei dazwischen immer wieder Pausen einzuhalten sind. Einige Studien konnten unter bestimmten Umständen tatsächlich eine Wachstumshemmung der Bakterienart Borrelia burgdorferi unter Laborbedingungen beobachten [1].

Nebenwirkungen: Bei sachgemäßer Anwendung sind derzeit keine Nebenwirkungen bekannt. Unter Umständen kann ein leichter Juckreiz bei längerer Einnahme beobachtet werden, der in der Regel jedoch kein ernsthaftes Problem darstellt.

Kardenblätter und Kardenwurzel kaufen – Was ist zu beachten?

Kardenwurzel gibt es als geschnittenes Produkt sowie als fertige Tinkturen oder Essenzen. Kardenblätter sind hingegen etwas seltener und meist nur in speziellen Onlineshops oder auf Nachfrage in der Apotheke zu erhalten.

Beim Kauf von Tinkturen und Essenzen ist im Grunde das Mindesthaltbarkeitsdatum zu beachten. In der Regel können die Produkte zwei Jahre nach Abfüllung gelagert werden. Wer Tinkturen aus Kardenwurzeln verwendet, sollte die Flüssigkeiten vor direktem Sonnenlicht und zu hohen Zimmertemperaturen schützen (dunkel und kühl lagern!).

Frische Pflanzen gibt es nur selten zu kaufen. In einigen ausgewählten Pflanzenfachcentern oder im Versandhandel können allerdings Kardensamen gekauft werden. Hier sollte immer auf den botanischen Namen geachtet werden, da es mehr als 20 verschiedenen Kardenarten gibt.

Karde – Anbau, Aussaat und Pflege

Die Karde ist verhältnismäßig einfach anzubauen, wenngleich unbedingt die Standortvorlieben der Pflanze beachtet werden sollten.

Standort: Die Karde bevorzugt sonnige Standorte, toleriert jedoch auch halbschattige Standorte. Der Boden sollte einen hohen Lehmanteil aufweisen und stets mäßig feucht gehalten werden. Auf Böden mit höheren Sandanteilen wird der Erfolg in der Regel ausbleiben. Das Kraut ist kalkliebend, so dass bei kalkarmen Standorten zusätzliche Gaben von Gartenkalk eingebracht werden sollten.

Aussaat: Die Aussaat der Wilden Karde erfolgt im Frühjahr von Ende März bis Mitte April. Optional kann auch im Frühherbst ausgesät werden. Die Samen sollten direkt im Freiland ausgesät werden, da eine Kultur auf dem Balkon schwierig und kaum zu empfehlen ist. Im Beet sollte zwischen den einzelnen Pflanzen ein Abstand von 35 bis 40 cm eingehalten werden. Die Keimdauer kann unter Umständen bis zu 30 Tagen betragen.

Gießen: An die Wasserversorgung haben Karden recht hohe Ansprüche. Die Böden sollten nach Möglichkeit niemals vollständig austrocknen. An sehr heißen Tagen sollte unter Umständen zweimal gegossen werden. Der Boden in 10 bis 20 Zentimetern Tiefe sollte nach Möglichkeit immer leicht bis mäßig feucht sein.

Düngen: Im ersten Jahr, wenn sie ihre Rosettenblätter ausbildet, bedarf es keiner zusätzlichen Düngung. Im Folgejahr genügt es meist, etwas organischen Langzeitdünger oder hochwertigen Kompost in die Erde einzuarbeiten.

Pflege: Bei guten Standortbedingungen benötigt die Karde nur wenig zusätzliche Pflege. Wichtigster Punkt ist eine kontinuierliche Wasserversorgung. Im zweiten Jahr, nachdem die Karde geblüht hat, stirbt sie ab.

Krankheiten und Schädlinge: Die Karde ist eine sehr robuste Pflanze, die selten von Schädlingen befallen wird. Typische Krankheiten sind derzeit nicht bekannt.

Überwinterung: Die Wilde Karde ist sehr frosttolerant und verträgt Temperaturen von bis zu -35 °C. Überwinterungsmaßnahmen müssen somit nicht getroffen werden.